Schöne Musik aus England: Dry the River ist eine fünfköpfige Folk-Rock Band aus East London. Die 2009 in Stratford gegründete Gruppe kommt zwar aus Großbritannien, ihr dynamischer Mix aus klassischem Folk-Gesang und punkigen Rock-Elementen erinnert jedoch stark an US-amerikanische Bands wie Mumford & Sons.

 

Schöne Musik

Dry the River

Traumstart

 

Es hört sich an wie in einem Märchen: Fünf talentierte Musiker gründen eine Band, ziehen gemeinsam in ein billiges Reihenhaus im Londoner Vorort Stratford und produzieren im eigenen Keller Musik. Und wenig später landen sie auch noch einen Plattenvertrag bei Sony Music.

 

Ganz so traumhaft war es dann aber doch nicht: Das Haus “war klein und hatte lediglich zwei Zimmer”, so Bassist Scott Miller. “Wenn alle fünf da waren, wurde es schon ganz schön eng. Einer musste im Flur schlafen, einer unter dem Wohnzimmertisch. Dabei geht man sich manchmal schon ein bisschen auf die Nerven.” Andererseits sei dies aber auch eine nützliche Vorbereitung gewesen, bevor man schließlich wochenlang im engen Tourbus durch das Land zog. “Dadurch haben wir viel übereinander gelernt und wissen, wo die Grenzen des anderen liegen”, so Miller weiter.

 

Und von dieser Übung haben sie offensichtlich profitiert. Denn obwohl ihr erstes Studio-Album, Shallow Bed, erst im März 2012 erschienen ist, konnten die Jungs aus Stratford bereits im Vorfeld eine große Fangemeinde durch zahlreiche Live-Auftritte gewinnen.

 

Musikalischer Stil

 

Die zaghaften Klänge, mit denen viele der Songs auf Shallow Bed beginnen, sind trügerisch. Mit harmonischen Chören, leisen Akustikgitarren und der elfenhaften Stimme von Peter Liddle, dem Sänger von Dry the River, wird der Zuhörer zunächst in eine friedliche Stimmungslage versetzt. Fast schon apathisch, doch gleichzeitig wohlwollend lauscht man ihren Melodien, bis man abrupt aus dem sanften Folk Traum geweckt wird.

 

Denn Dry the River sind Meister darin, genau diese Stimmungslage genau so schnell zusammenfallen zu lassen, wie sie aufgebaut wurde. So kulminieren viele der zunächst zaghaft anmutenden Stücke ihres Albums in mitreißendem Indie-Rock, was teilweise gar in psychedelischem Lärm auszuarten scheint. Doch die Kombination funktioniert, ähnlich wie schon bei anderen Gruppen, wie etwa Mumford & Sons oder Interpol.

 

Gerade die Tatsache, dass sich Dry the River so gar nicht mit dem sonst üblichen Musikstil Londons identifiziert, macht sie zu einer der interessantesten Newcomer Bands des Jahres. Nicht umsonst haben sie es auf die Sound of 2012 Liste des britischen Senders BBC geschafft. Ihr Debüt-Album Shallow Bed, welches hier als Audio-CD und MP3-Download zu erwerben ist, wurde übrigens von Peter Katis im US-amerikanischen Bundesstaat Connecticut produziert. Selbiger hat bereits mit Gruppen wie The National und Interpol zusammengearbeitet.