Gute Musik aus deutschen Landen. Wieder hat uns ein Musik-Vorschlag aus der Community ereilt: Empfohlen wurde diesmal die Indie-Rock Band Blackmail aus Koblenz. Die vierköpfige Truppe besteht bereits seit 1994 und ist so manch einem Kenner der deutschen Indie-Szene bereits ein Begriff.

 

Gute Musik

Die neue Formation von Blackmail

Blackmail

 

1994: Der Grunge ist noch nicht tot und Alternative-Rock steckt noch in seinen Kinderschuhen, da beschließen vier Jungs aus Koblenz auf eine ganz eigene Art und Weise zu rocken. An der Gitarre findet sich Kurt Ebelhäuser, sein Bruder Carlos sorgt für den Bass, der türkisch-stämmige Aydo Abay übernimmt den Gesang und als Schlagzeuger fungiert Mario Matthias. Blackmail war geboren. Eine Band, die in dieser Formation für lange Zeit existieren und Großes vollbringen würde.

 

Nach ersten Proben und Experimenten folgten schließlich auch die ersten Demo-Tapes. Im Jahr 1996 trafen die vier Jungs aus Rheinland-Pfalz auf Guido Lucas, der mit seinem Indie-Label bluNoise Records ein Jahr später ihr Debüt-Album produzieren würde. Eigentlich hatte die Band gute Aussichten auf einen Major Label Deal bei Virgin Records. Eigentlich. Denn nach einem delikaten Zwischenfall bei einem ausschlaggebenden Konzert folgte letztlich doch die Absage von Virgin.

 

Als Folge erschien ihr Debüt, das selbstbetitelte Blackmail, 1997 unter bluNoise Records. Das Folgealbum, Science Fiction, wurde während der anschließend Tournee geschrieben und 1999 ebenfalls beim bereits erwähnten Indie-Label veröffentlicht. Besonders das letztgenannte Album, welchem man starke 1980er Popmusik Einflüsse nachsagt, konnte die Aufmerksamkeit von Fans und Kritikern erwirken.

Der Lauf der Zeit

 

Ende 2000 erfolgte schließlich der Wechsel zum eigens für Blackmail gegründeten Sublabel Speicherstadt, einer Tochter der Warner Music Group. Neben den kommerziell weitaus größeren Vertriebsmöglichkeiten folgte mit dem Wechsel auch ein etwas poppigerer Sound. Das dritte Album, Bliss Please, erschien im Jahr 2001 und eröffnete der Gruppe aus Koblenz völlig neue Möglichkeiten.

 

Erstmals stieg die Band in die deutschen Charts ein. Die erste Single-Auskopplung, Same Sane, erreichte Bandangaben zufolge Dauerrotation bei VIVA Zwei. Das Album wurde später von der deutschen Ausgabe des Musik-Magazins Rolling Stone sogar auf Platz 421 der besten 500 Alben aller Zeiten geführt. Es sah wirklich gut für Blackmail aus: Die Konzerthallen waren bis oben hin gefüllt und so gönnte man sich ein bandeigenes Studio bei Koblenz. In selbigem wurde auch das vierte Album, welches 2003 veröffentlicht wurde, produziert: Das wieder etwas rockiger ausfallende Friend Or Foe?

 

Auf Umstrukturierungen im Hause Warner Music folgte die Beendigung der Zusammenarbeit mit Blackmail. Die vier Jungs konnten jedoch einen Deal beim Label City Slang ergattern, und kehrten so zu ihren Indie-Wurzeln zurück. Unter selbigem würden sie auch ihr bisher erfolgreichstes Album produzieren: Das 2006 veröffentlichte Aerial View wurde erstmals von einem externen Produzenten betreut und stieg auf Platz 34 der deutschen Charts ein. Die Single-Auskopplung Moonpigs, welche ihr weiter unten eingebettet vorfindet, dürfte auch der wohl bekannteste Track der Koblenzer sein. Manch einem mag bereits aufgefallen sein, dass im Video zu diesem Song ein Mann singt, der nicht auf dem oben eingebetteten Photo zu sehen ist. Und das hat einen guten Grund.

 

Während der Tournee zur Veröffentlichung des sechsten Albums, Tempo Tempo, kam es nämlich zum Eklat. Ende 2008 verkündete die Band, sich von dem Sänger Aydo Abay aufgrund persönlicher Differenzen getrennt zu haben. Die gemein-same Basis sei abhanden gekommen, hieß es, und Fans zitterten bereits um das Fortbestehen ihrer Koblenzer Indie-Rock Band. Ein Jahr später folgte jedoch bereits die Erleichterung: Die Band würde mit dem neuen Sänger Mathias Reetz unter dem alten Namen weitermachen. Mittlerweile gibt es auch schon das erste Album mit neuem Frontmann, das 2011 veröffentlichte Anima Now!

 

Nun wünsche ich euch jedoch viel Vergnügen mit guter Musik: Dem bereits 2006 veröffentlichtem Moonpigs. Euch erwarten Gitarrenmusik mit viel Melodie, eine Stimme mit Wiedererkennungswert und eine Message mit ordentlich Cojones, ein sonst eher unübliches Merkmal im deutschen Musikgeschäft.