Die Silversun Pickups melden sich mit ihrem neuen Album Neck Of The Woods zurück! Mit nun drei veröffentlichten Alben und über zehn Jahren Bühnenerfahrung gehören sie zu den Urgesteinen des Alternative-Rock - und sie bleiben ihrem Stil weiterhin treu!

 

Indie Musik

Die Silversun Pickups

Karriere

 

Die Karriere der US-amerikanischen Band aus Los Angeles, welche sicherlich dem ein oder anderen bereits ein Begriff sein dürfte, begann bereits im Jahr 2002. Bereits vor der Gründung der Silversun Pickups waren die vier Mitglieder der Gruppe miteinander befreundet und spielten in gleichen beziehungsweise miteinander assoziierten Bands. Die Anfänge der Band sind dabei alles andere als glamourös: In herunterge-kommenen Spielunken, wie etwa der Silverlake Lounge, sammelten sie ohne jegliche Vergütung erste Erfahrungen.

 

Die Ausstattung war eher provisorisch, das Publikum nicht sonderlich interessiert und die musikalische Richtung noch nicht klar definiert. So kann man noch 2005 von einem eher spontan zusammengefundenen Haufen Musiker sprechen, bestehend aus Sänger und Gitarrist Brian Aubert, Bassistin Nikki Monninger, Schlagzeuger Christopher Guanlao und Keyboarder Joe Lester, der es einfach mal auf der Bühne probiert. Erst mit voranschreitender Zeit wächst aus dem eher improvisierten Musik-Projekt eine Band mit klarer Vision.

 

Aubert, seines Zeichens Sänger der Band, erinnert sich: “Ehrlich gesagt standen wir am Anfang auf der Bühne und versuchten zu erörtern, was für Musik wir eigentlich machen wollten. Während wir spielten lernten wir jedoch schnell dazu – und ich lernte, wie man ein Frontmann wird.

 

Und dazu gelernt haben sie tatsächlich: Mit der 2005 veröffentlichten EP Pikul folgte ein beeindruckender Durchmarsch durch die Rock- und Indie-Szene Kaliforniens und schließlich ganz Nordamerikas. Ihre Stärken, die die Band auch noch heute auszeichnen, waren kompaktes Songwriting und hinreißende Melodien geprägt von modernen elektronischen Klängen sowie dem klassischen Sound rauer Gitarren. 2006 erschien schließlich das Debüt-Album des Quartetts, Carnavas, unter dem Indie-Label Dangerbird Records, welches später zu einer der meistverkauften Indie-Platten aller Zeiten avancieren würde.

 

Der große Erfolg

 

Nach dem großen Erfolg des Debüt-Albums zog es die Pickups wieder zurück auf die Bühne. Ende 2006 tourten sie im Vorprogramm von Wolfmother durch die Vereinigten Staaten von Amerika, im darauf folgenden Frühling mit OK Go und Snow Patrol. Nebenbei erfolgten Konzerte auf Festivals sowie Auftritte in diversen US-amerikanischen Radio-Shows.

 

Fans des Quartetts mussten sich ganze drei Jahre gedulden, bis im April 2009 schließlich der Nachfolger, Swoon, auf den Markt kam. Selbiger war mit 10 Songs bestückt und erreichte relativ hohe Platzierungen in den Charts. Trotz der Tatsache, dass die Single-Auskopplung Panic Switch auf den US-amerikanischen Sendern VH1 und MTV gespielt wurde, verkaufte sich das Album jedoch bei weitem nicht so gut wie der Vorgänger. Doch dass die Charts nicht unbedingt ein Indikator für gute Musik sind, ist ja weitläufig bekannt.

 

Das neue Album

 

Im Mai dieses Jahres, also wieder drei Jahre nach dem letzten Release, wurde ihr drittes und vorerst letztes Album veröffentlicht: Neck of the Woods. Während das Debüt noch auf Platz 80 der US-amerikanischen Billboard Charts einstieg, schaffte es dieses direkt auf Platz 6.

 

Trotz des anhaltenden Erfolgs und der schönen Musik, die das Quartett meiner Meinung nach weiterhin abzuliefern weiß, stoß das Album teilweise auf negative Kritiken. Manchen ist der Sound der Band nicht mehr modern genug und so sei die unverändert praktizierte Form des Alternative-Rock, zu der sich die Silversun Pickups immer noch bekennen, nicht mehr zeitgemäß.

 

Fans der Gruppe aus Los Angeles und Kenner der Musikszene dürfte das jedoch nur wenig interessieren. Denn nur weil Bands wie Linkin Park oder Muse sich dazu verpflichtet fühlen, ihren Stil fortwährend zu ändern, heißt das noch lange nicht, dass das verlangt wird. So würde auch niemand auf die Idee kommen, von Bands wie etwa Coldplay zu verlangen, mal eine etwas andere Art Musik auszuprobieren. Warum auch?

 

Denn dass das alte Rezept immer noch funktioniert, beweisen sie eindrucksvoll mit Singles wie The Pit. Neben dem gewohnten Sound knarzender Gitarren, rhythmischer Drums und dem charismatischen Gesang Auberts, findet man auf Neck of the Woods aber auch zunehmend mehr elektronische Beats. Die Verwendung selbiger scheint im Titel Simmer zu kulminieren, einem Song, der eigentlich so gar nicht nach den Silversun Pickups klingt, aber dennoch Laune macht. Uneingeschränkt empfehlen würde ich das Album dennoch nicht: Manchen mag die Musik zu sphärisch und unspektakulär sein. Fans des Alternative-Rock Genres ist dieses Album jedoch wärmstens ans Herz gelegt.